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„Die Waffen nieder!“ - Janka referiert über Friedensarchitektur bei der Chamer LINKEN

Die Kreisgruppe der LINKEN in Cham freute sich, bei ihrer Sitzung am 5 Juli im Kolpinghaus Marian Janka, Stellvertretender Sprecher der DFG-VK Oberpfalz und Mitglied im DGB Kreisvorstand Cham, zum Thema Friedensarchitektur begrüßen zu können.

Janka stellte den interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern sowohl Traditionen als auch Grundsätze der Friedenspolitik vor. Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) wurde vor 130 Jahren 1892 von Bertha von Suttner u. a. als Deutsche Friedensgesellschaft gegründet. Ihr berühmter Roman „Die Waffen nieder!“ erschien 1889. 1905 bekam sie den ersten Friedensnobelpreis.

Im Gegensatz zu einer „Sicherheitsarchitektur“ steht bei der Friedensarchitektur im Mittelpunkt, dass die Menschen in Frieden leben können – in einer sinnvollen öffentlichen Ordnung mit Zugang zu Wohnraum, Bildung, guter Arbeit und in sozialer Sicherheit.

Bei „Sicherheitsarchitektur“ dagegen geht es im Kern um Abschreckungspolitik, die Wirtschaft und die Absicherung von Produktion und Handel durch Sicherung von Rohstoffen, Energie, Material und Lieferketten. Zu deren Schutz verfügen die Herrschenden über Armeen, die auch auf den Sieg ausgerichtet sein sollen.

Frieden braucht dagegen laut Janka im Kern keine Armeen, sondern ein festes Fundament aus Gesetzen, wie zum Beispiel dem Grundgesetz oder überstaatlichen Erklärungen wie der UN-Menschenrechtserklärung, die Menschenrechte, Frieden, soziale Sicherheit und Demokratie garantieren.

Um Frieden zwischen den Staaten zu erhalten, empfiehlt Janka starke Brücken und einen regelmäßigen Austausch, wie die deutsch-französische Freundschaft, Städtepartnerschaften und wirtschaftliche Verflechtungen.

Bei Konflikten und Kriegen sollten Medien nicht einseitig Partei ergreifen, sondern journalistisch sauber berichten und kommentieren und es sollten keine Feindbilder aufgebaut werden. Ein Negativbeispiel ist für Janka das aktuelle Unterrichtsmaterial der Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg.

Um Frieden zu schaffen und zu bewahren, braucht es laut Janka verbindliche und durchsetzungsfähige Institutionen, eine zivile Konfliktbearbeitung, die Erfolge vorweisen kann, und Abrüstung.

In der anschließenden Diskussion stand der Krieg in der Ukraine im Mittelpunkt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer plädierten dafür, mehr die Interessen der Menschen, die unter dem Krieg leiden, in den Mittelpunkt zu stellen und stärker auf Friedensverhandlungen zu drängen. Außerdem braucht die Ukraine für den Wiederaufbau umfassende Hilfen und einen Schuldenschnitt.