Zum Hauptinhalt springen
Marius J. Brey und Christian Oberthür stellen die Kommunalpolitischen Eckpunkte des Kreisverbandes vor.

Ärztliche Versorgung sichern und Nahverkehr ausbauen - das waren wichtige Themen bei der Wahlwerkstatt der Chamer LINKEN

Arbeitsgruppenphase und Diskussion der Vorschläge

Was wünschen sich die Chamer Bürgerinnen und Bürger für ihren Landkreis? Dieser Frage ging der Chamer Ortsverband der LINKEN nach, als er am Samstag zur öffentlichen Wahlwerkstatt in den Randsberger Hof lud. Getreu dem Motto „Eine Kommune für alle!“ war es das erklärte Ziel, alle interessierten Chamerinnen und Chamer aktiv am Entstehungsprozess des linken Kommunalprogramms für die im Frühjahr anstehenden Wahlen zu beteiligen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen folgten interessierte Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Landkreis der Einladung, um ihre Ideen für eine bessere Kommunalpolitik einzubringen. 

Zu Beginn aber stellten die beiden Ortsprecher Marius J. Brey und Christian Oberthür achtzehn Eckpunkte vor, die der Orientierung in der darauffolgenden Ideenfindung und Diskussion dienen sollten. Dabei machten die beiden Ortsprecher deutlich, dass sich die DIE LINKE in den Kommunalparlamenten vor allem dafür einsetzen wolle, den Landkreis sozialer und nachhaltiger zu gestalten. Aber auch Aspekte wie Barrierefreiheit, ein guter öffentlicher Nahverkehr und mehr direkte Beteiligungsmöglichkeiten seien zentrale Anliegen. Unter neuen Formen der Bürgerbeteiligung verstehen Marius J. Brey und Christian Oberthür dabei auch die eigens entworfene Internetseite dein-cham.de, die der Ortsverband erst vor kurzem veröffentlicht hat. Auf eben jener Website hat jede und jeder auch nach der Wahlwerkstatt noch die Möglichkeit, unkompliziert Ideen und Anregungen einzureichen, sich über die Positionen der Linkspartei hinsichtlich der Kommunalwahlen zu informieren, oder sogar selbst zu kandidieren. Letzteres sei entgegen der allgemeinen Auffassung auch ohne Parteimitgliedschaft möglich, sofern man sich mit den kommunalpolitischen Zielen der Linkspartei identifizieren könne, so Brey. 

Im anschließend eingeholten Stimmungsbild wurde offensichtlich, welche Themen die Anwesenden besonders bewegten: Dazu zählten insbesondere die Fragen, wie man Kommunen sowohl jugend- als auch seniorengerechter gestalten, dem zunehmenden Leerstand in den Innenstädten begegnen und die Gleichstellung von Mann und Frau auch kommunal umsetzen könne. Beim gemeinsamen Brain-Storming hatten die Chamer Bürgerinnen und Bürger sehr konkrete, durchaus umsetzbare Vorschläge und Ideen zu bieten und waren sichtlich froh, endlich mal direkt danach gefragt zu werden. 

Im Gesundheitsbereich müssten die ärztliche Versorgung sichergestellt werden, das Krankenhaus Roding erhalten bleiben und langfristig die vom Sana-Konzern betrieben Kliniken zurück in die öffentliche Hand geholt werden. Behördengänge sollten zukünftig auch digital möglich sein. Der Jugendrat Cham müsse gestärkt werden und mehr Mitspracherecht erhalten, zudem wäre ein selbstverwaltetes Jugendzentrum in Cham wünschenswert. Insgesamt war man sich darüber einig, dass der ländliche Raum noch attraktiver werden muss, indem einerseits der öffentliche Nahverkehr ausgebaut und in einem ersten Schritt für alle Schüler und Studenten kostenlos wird und andererseits alternative Kulturangebote zum Beispiel durch die Zurverfügungstellung von offenen Räumlichkeiten stärker gefördert werden müssen. Besonders eifrig diskutiert wurde die Frage, wie man den steigenden Mieten im Landkreis Herr werden könnte. Am Ende der Debatte stand der Wunsch nach einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, die bezahlbaren Wohnraum für Jedermann schaffen soll. Die galoppierenden Mieten seien längst nicht mehr nur ein Problem in den Ballungszentren, so eine Teilnehmerin. Auch im Landkreis und besonders in der Stadt Cham fehle es massiv an günstigen Mietwohnungen. Darüber hinaus wurden vielzählige weitere Forderungen formuliert, die alle Einzug in das Kreiswahlprogramm der Chamer LINKEN halten sollen. 

„Das Format der Wahlwerkstatt ist in Cham noch eine Neuheit und wir sind froh, dass diese Veranstaltung so gut angenommen wurde. Wir verstehen uns nicht nur als Mitmachpartei, sondern auch als Bürgerplattform und freuen uns deshalb über die vielen neuen Impulse“ fasste Marius J. Brey zum Abschluss zusammen, nachdem er sich für die rege Beteiligung und das Engagement der Anwesenden bedankt hatte. „Wir wollen Basisdemokratie und Bürgerbeteiligung nicht nur postulieren, sondern unserem eigenen Anspruch auch gerecht werden. Deswegen war uns diese Wahlwerkstatt ein besonderes Anliegen“, ergänzte Ortsprecherin Veronika Ertl.