Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

DIE LINKE. Mittlere Oberpfalz beim CSD in Amberg

Heute beim CSD Amberg 2022 von Kunterbunt Amberg: Trotz immer wieder heftigen Regens super Stimmung und ein tolles Zeichen für Toleranz und Vielfalt; ua mit unserem Kreissprecher Manuel Schwarzfischer.

Aus Manuels Beitrag:

Zuerst einmal möchte ich Danke sagen!
Danke, dass ich hier sein und mit so vielen tollen Menschen den Tag verbringen darf.

Danke für dieses geile Event. Nicht nur an die Veranstalterinnen Kunterbunt e.V., sondern an jede einzelne Person, die heute hier erschienen ist. Es ist so unfassbar wichtig, jedes Jahr ein Zeichen für die sexuelle Freiheit und Vielfalt zu setzen, vor allem in den kleinen und mittleren Städten bzw. im ländlichen Bereich. Durch unsere fröhliche, bunte Power zeigen wir der ganzen Welt wie wichtig Toleranz ist und so schaffen wir es, immer mehr in der Gesellschaft anerkannt zu werden. Denn wir sollen und müssen uns nicht verstecken, für das was wir sind, sondern können das stolz, wie heute, auf die Straße bringen!

Aber das reicht nicht. Auch im Alltag müssen wir dran bleiben. 365 Tage im Jahr gilt es für eine solidarische und tolerante Gesellschaft zu kämpfen. Denn jeder Mensch sollte das Recht haben seine geschlechtliche, wie sexuelle Identität uneingeschränkt auszuleben.

Das bisher bestehende Transsexuellengesetz in Deutschland ist einfach unwürdig. Wollte man bisher offiziell sein Geschlecht ändern, musste man sich zwei intimen psychiatrischen Gutachten stellen. Darin muss man z.B. auch Fragen über sexuelle Vorlieben oder Masturbationsverhalten beantworten. Zusätzlich fielen Kosten von rund 1.000€ an und ein Monatelanges gerichtliches Entscheidungsverfahren. So eine Regelung ist absolut demütigend und unmenschlich.

Das angekündigte Selbstbestimmungsgesetz bringt hier ein Stück mehr Normalität hinein. Sämtliche Gutachten und ärztliche Atteste sollen wegfallen. Das muss jetzt aber auch endlich beschlossen und umgesetzt werden, um dem aktuellen schrecklichen Vorgehen ein Ende zu setzen.

Solche Veränderungen kommen nicht von selbst, sondern das haben wir alle gemeinsam erkämpft; durch unser regelmäßiges Engagement und Durchhaltevermögen.

Und dieses Durchhaltevermögen brauchen wir weiterhin. Sollte das Selbstbestimmungsgesetz so kommen, dann ist das ein Etappensieg. Aber das Rennen auf dem Weg zum Gleichberechtigung bzw. Gleichstellung ist noch lange nicht gewonnen. Es heißt weiterhin dranbleiben, damit beispielsweise auch geschlechtsangleichende Maßnahmen vereinfacht werden und dafür eine Kostenübernahme von den Krankenkassen offiziell festgelegt wird.

Auch das regelmäßige Gedenken an Klaus Peter Beer ist ein wichtiger regionaler Stützpfeiler.
Klaus Peter Beer wurde tragischerweise 1995 aufgrund seiner Homosexualität ermordet. Von der Stadt wurde diese Tat lange verdrängt. Erst Dank der Gründung des Bündnises gegen das Vergessen durch Ehrenamtliche und durch deren Engagement wird der Würdigung und dem Gedenken in einer angemessenen Form nachgekommen. 25 Jahre später konnte erreicht werden, dass diese Tat offiziell als rechtsmotivierte Tat eingeordnet wird. Außerdem wurde auch eine Gedenktafel überreicht und installiert. Danke dafür! Weiter so!