Kommunalpolitische Eckpunkte für die Kommunalwahl im März 2026 Amberg Sulzbach

Die Wohnungsnot im Großraum Amberg ist kein abstraktes Problem, sondern eine tägliche Belastung für immer mehr Menschen. Die Mieten in Sulzbach-Rosenberg sind um fast 32 Prozent gestiegen: von durchschnittlich 7,09 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2020 auf heute 9,37 Euro Kaltmiete (Quelle). Gleichzeitig stehen bis 7,9 Prozent der Wohnungen leer.

Immer mehr Haushalte müssen mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aufbringen – für viele wird das Leben in den Kommunen dadurch unerschwinglich. Besonders betroffen sind Geringverdiener:innen, Auszubildende, Studierende, Alleinerziehende und ältere Menschen. Doch Wohnen ist ein Grundrecht, kein Luxusgut. Darum fordern wir:

• Einführung eines Mietpreisdeckels auf kommunaler Ebene in den kommunalen Wohnbaugesellschaften und enge Kooperation mit den Genossenschaften, um bezahlbare Mieten langfristig zu sichern

• Stärkung und Ausbau kommunaler Wohnungsbaugesellschaften, um jährlich mindestens 50 Prozent der neu entstehenden Wohnungen als Sozialwohnungen zu realisieren

• Nutzung von Erhaltungssatzungen, um ein Vorkaufsrecht bei Erschließung in der

Kommune sicherzustellen und sozialverträgliche Mieten zu ermöglichen.

Keine Privatisierung von kommunalem Grund und Boden; stattdessen gezielte Vergabe an gemeinnützige Träger und Genossenschaften.

• Einführung eines solidarischen, kommunalen Programms zur Beschaffung von

bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende, Studierende, queere Menschen, Jugendliche und kinderreiche Familien durch z.B. Förderung gemeinnütziger Bauprojekte oder Umbau von ungenutzten gewerblichen Immobilien zu Wohnraum.

• Konsequente Satzungen gegen Zweckentfremdung von Wohnraum: Leerstand und

Umwandlung in Ferienwohnungen müssen reguliert werden, um den Wohnungsmarkt zu entlasten.

• Entwicklung eines Leerstandskonzepts für den Landkreis AS, z.B. Umsetzung eines kommunalen Leerstandsmanagements, um ungenutzte Immobilien in Miet- und

Wohnprojekte umzuwandeln.

Amberg-Sulzbachs Arbeitsmarkt steht vor großen Herausforderungen: Mit einer Arbeitslosenquote von 6,0 Prozent (September 2025 Quelle) hat die Stadt Amberg die zweithöchste Quote in der Oberpfalz – ein dramatischer Anstieg gegenüber 4,8 Prozent im Jahr 2023. Gleichzeitig zeigt sich: Selbst im öffentlichen Dienst, der als Vorbild agieren sollte, verdienen Beschäftigte in der niedrigsten Entgeltgruppe (E1) nur 14,59 Euro pro Stunde. Die Folgen sind klar: Immer mehr Menschen arbeiten hart, können aber von ihrem Lohn nicht würdevoll leben. Dabei hat die Stadt als einer der größten Arbeitgeber der Region die Chance, gute Arbeit aktiv zu fördern – durch faire Löhne, sichere Jobs und klare Regeln für die lokale Wirtschaft. Darum fordern wir:

• Erlass einer Vergabe- und Tariftreuesatzung für Landkreis Amberg-Sulzbach

- bei Aufträgen des Landkreis Amberg-Sulzbach müssen Unternehmen und Subunternehmen Tarifverträge einhalten

• Vorrang für soziale und lokale Unternehmen: bei kommunalen Ausschreibungen erhalten Betriebe mit Tarifbindung, nachhaltigen Konzepten und lokaler Wertschöpfung Priorität.

• Einführung eines kommunalen Mindestlohns von 15 Euro/Stunde für alle städtischen Betriebe und geförderten Projekte.

• Transparente Vergabeverfahren: Alle Kriterien und Entscheidungen müssen öffentlich einsehbar sein.

• Keine Steuergelder für unseriöse Akteure: Verbot der Vergabe an Unternehmen, die Immobilien leerstehen lassen oder kommunale Auflagen ignorieren.

• Rückzahlungspflicht für Fördergelder, wenn Projekte nicht umgesetzt oder Verträge gebrochen werden.

• Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit: Ausbau kommunaler Stellen – z. B. im Jugendzentrum für soziale und kulturelle Dienstleistungen – für sichere, tarifgebundene Jobs.

• Verbindliche Qualitätsstandards für Qualifizierungsmaßnahmen beim Jobcenter AS, und Förderung qualitativer Selbsttests um die Stärken und Intressen der Job-Suchenden besser einzubinden

• Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe: Unterstützung für Initiativen, die lokale Beschäftigung fördern.

• Reform der WiFaM GmbH mit Fokus auf echte regionale Wertschöpfung.

• Bessere Mobilität für Pendler:innen durch Ausbau von ÖPNV, Radwegen und Carsharing, um Arbeitsplätze besser erreichbar zu machen.

Die soziale Ungleichheit in Amberg-Sulzbach ist sichtbar: 13% der Menschen in der Oberpfalz sind von Armut bedroht (Quelle). Keine ausreichende Verkehrsanbindung zwischen den Kommunen, was das teure und umweltschädliche Auto immernoch zum "Muss" auf dem Land macht. Arbeitslosigkeit, steigende Mieten und Heizkosten, sowie ständig steigende Preise im ÖPNV die viele Haushalte überfordern. Am stärksten trifft das diejenigen, die sowieso schon am wenigsten haben. Andere Kommunen zeigen, wie es besser geht: automatische Sozialtarife, „Housing First“-Projekte, und einen Sozialpass mit ÖPNV-Integration. Amberg-Sulzbach muss nachziehen – mit klaren, wirksamen Maßnahmen. Darum fordern wir:

 • Einführung von Sozialtarifen bei den Energieversorgern für Strom, Wasser und Gas – automatisch für Bürgergeld-Empfänger:innen.

• Keine Stromsperren für Menschen in Not.

• Transparente Information über Härtefallregelungen – viele wissen nicht, dass es Hilfe gibt!

• „Housing First“-Pilotprojekte in Kooperation mit Wohlfahrtsverbänden und sozialen Initiativen: Wohnungen + Betreuung für Obdachlose nach dem Kölner Vorbild.

• Aufbau von Nachbarschaftszentren, um soziale Teilhabe und Beratung vor Ort zu gewährleisten.

• Ausbau kommunaler Treffpunkte mit Sozialberatungs-Angebot.

• Umwandlung des Familienpasses zu einem echten Sozialpass für alle einkommensschwachen Haushalte (inkl. ÖPNV, Kultur, Sport...) um soziale Teilhabe für alle zu ermöglichen.

• Förderung von Mehrgenerationenhäusern in den Kommunen als Ort des Austausches und der gegenseitigen Unterstützung.

• Einrichtung von kommunalen Clearingstellen – Anlaufstellen für alle Sozialleistungen (Wohngeld, Bürgergeld, Gesundheitshilfe...)

• Mehrsprachige Beratung in allen Ämtern, um Sprachbarrieren abzubauen -

Dolmetscher:innen bei Bedarf!

• Programm für aufsuchende Sozialarbeit einführen – in Kooperation mit lokalen

Vereinen: Sicherstellung, dass keine Person aufgrund von Armut oder Migration von kommunalen Leistungen ausgeschlossen wird.

• Förderung niedrigschwelliger Beratungsstellen - offene Sprechzeiten, mehrsprachig, leicht zu finden.

Die Ortskerne des Landkreises sind mehr als nur Einkaufsmeilen – sie sind unser gemeinsamer Lebensraum, Orte des sozialen Miteinanders und der kulturellen Vielfalt. Doch die Realität sieht anders aus: bis zu 10% Leerstandsquote der Innenstädte im Landkreis Amberg-Sulzbach (laut eigener Umfrage an alle Gemeinden des Landkreises Amberg-Sulzbach vom 02. Dezember 2025). Gleichzeitig wünschen sich die Bürger:innen mehr Sitzmöglichkeiten, Beschattung und Begrünung, barrierefreie, öffentliche Unisex-Toiletten für alle sowie saubere, lebendige Ortszentren mit gut geplanten Events und Freizeitangeboten. Darum fordern wir:

• Einführung eines Mietendeckels für Gewerbeflächen in städtischem Besitz, um kleine Läden, Handwerk und soziale Projekte vor Verdrängung zu schützen.

• Förderung kommunaler Gewerbehöfe, in denen kleine Unternehmen und soziale Projekte zu fairen Mieten angesiedelt werden.

• Strengere Auflagen gegen spekulativen Leerstand: Durch Erhöhung der Grundsteuer für langfristig ungenutzte Gewerbeimmobilien.

• Umwandlung von Leerständen in öffentliche Räume, Kulturorte oder bezahlbaren Wohnraum.

• Ausbau von Sitzmöglichkeiten, Beschattung und Begrünung – besonders in der Fußgängerzone, am Marktplatz und in Seitenstraßen.

• zusätzliche Barrierefreie, geschlechtergerechte Unisex-Toiletten in den Innenstädten des Landkreises.

• Konsumfreie Plätze zum Verweilen – auch im Winter (z. B. beheizte Pavillons, überdachte Sitzbereiche).

• Barrierefreie Innenstädte: z.B. durch glatt schleifen der unebenen Pflastersteine.

- Nette Toiltetten Aktion auch in den Landkreis AS bringen

Preise Ebermannsdorf AC 44 Cent // Kümmersbruck Schulstraße AC 59 Cent // Hahnbach AC 59 Cent // Amberg Cineplex Kino AC 44 Cent.

DC Laden 59 Cent

Infos nach SWA-E-Charge App.

  • Einheitliche Preise 44 Cent im ganzen Landkreis und der Stadt. Verhandlung mit weiteren privaten Anbieter von Ladesäulen im Stadt und Landkreisgebiet.

 https://energiemonitor.bayernwerk.de/lk-amberg-sulzbach

Klimaausblick bis 2099 für Amberg-Sulzbach (Quelle Stadt Amberg https://amberg.de/klimaschutz/klimawandel)

Die Klimakrise ist in Amberg-Sulzbach längst angekommen: In den letzten 100 Jahren ist die Temperatur in im Landkreis um fast 3°C gestiegen – dreimal schneller als im globalen Durchschnitt. 2022 erreichte das Thermometer Rekordwerte von 38,1°C, und an 27 Tagen litten die Gemeinden unter Hitze über 30°C. Überschwemmungsgefahren an vielen Bächen und Flüssen, immer häufigere Extremwetter und die ungebremste Klimaspirale treffen besonders sozial Benachteiligte. Doch um das vereinbarte Ziel – Klimaneutralität bis 2040 – zu erreichen, passiert noch viel zu wenig: der ÖPNV bleibt unattraktiv und die E-Infrastruktur ist ungenügend. Statt selbst voranzugehen, schiebt der Landkreis die Verantwortung auf die Bürger:innen ab – mit unbekannten Förderprogrammen und Klimaschutz, der an Bürokratie scheitert.

Dabei haben wir so viel Potenzial: Das Solarpotenzialkataster zeigt, dass die meisten Dächer ideale Bedingungen für Photovoltaik bieten. Doch ohne politischen Willen bleibt dieses Potenzial ungenutzt. Die Linke sagt: Klimaschutz muss sozial gerecht sein – und Amberg-Sulzbach muss endlich vorangehen!  Darum fordern wir:

 • Förderung von Energiegenossenschaften im Landkreis zur Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien.    

• PV-Pflicht auf allen geeigneten Dächern – auch im Bestand! z.B. bei Denkmalschutz: Druck auf Landesbehörden ausüben!

• Interkommunale PV-Genossenschaften gründen, um Bürger:innen und Mieter:innen an Solarenergie zu beteiligen.

• Balkonkraftwerke fördern – durch Zuschüsse, Beratung und Info-Veranstaltungen.

• Mehr Windkraft in Amberg-Sulzbach: Prüfung von Flächen für Windkraftanlagen – auch in Kooperation mit der Stadt Amberg.

• Förderung von Solarthermie und Wärmepumpen – besonders im sozialen Wohnungsbau.

• Umsetzung einer klimaneutralen Verkehrspolitik durch Ausbau des ÖPNV und Förderung von Fahrradwegen.

• Pflicht für gewerbliche und kommunale Gebäude zum Bau und Bereitstellung von E-Ladeinfrastruktur für die Öffentlichkeit in Kooperation mit den Stadtwerken Amberg GmbH.

• Transparente und faire E-Ladetarife und Einheitliche Preise im ganzen Landkreis.

• Mehr Hitzeschutz: Trinkbrunnen und Schattenplätze an besonders hitzebelasteten öffentlichen Plätzen, z.B. Marktplätzen und Spielplätzen.

• Entsiegelung von Flächen und Schwammstadt-Prinzip statt Neustraßenbau und Beton. z.B. durch Teilhabe beim deutschlandweiten Wettbewerb "Abpflastern".

• Begrünung von Dächern und Fassaden – Pflicht bei Neubauten, Förderung im Bestand.

• Einführung eines interkommunalen Klimarates, der Bürger:innen aktiv in die Planung einbindet

• Interkommunales Klimaschutzbündnis “inKliB” von 2020 reaktivieren: Regelmäßige öffentliche Klimaräte mit Bürger:innen, Expert:innen und Nachbarkommunen und gemeinsame Projekte (Windkraft, Radweg-Netz, etc.).

• Förderung von bestehenden und neuen Klimaschutz-Initiativen wie Foodsharing, packmAS Lastenrad, etc.

• Förderung veganer Ernährung durch Angebote veganer Hauptspeisen in Kitas, Schulen und Kantinen sowie vegane städtische Events in Zusammenarbeit mit veganen Vereinen, wie z.B. Vegan in und um Amberg e. V., um klima- und tierfreundliche Alternativen zu bieten.

Wer im Land unterwegs sein will stößt ohne Auto schnell an seine Grenzen. Eine Fahrt, die mit dem Auto in 15 Minuten zwischen zwei Gemeinden braucht, benötigt mit dem ÖPNV bis zu 2,5 Stunden. Dies macht öffentliche Verkehrsmittel für die Mobilität auf dem Land unbrauchbar. 

Aber dafür ist es wenigstens teuer, unzuverlässig und für viele nicht praktikabel. Tickets sind überteuert, Busse fahren sonn- und feiertags nur alle paar Stunden – wenn überhaupt. Nachts gibt es kaum Verbindungen, und je kleiner die Gemeinde desto schlimmer wirds: Haltestellen werden gestrichen, Rufbusse sind zu teuer oder zu unflexibel, und ein spontaner Umstieg auf Bus oder Bahn ist fast unmöglich.

Dabei sollte Mobilität ein Grundrecht sein – nicht ein Privileg für diejenigen, die sich Auto und Sprit leisten können. Doch sie ist sie oft zu teuer, zu umständlich und zu klimaschädlich. Was wir brauchen, ist eine echte Verkehrswende: Von Mobilitätszentren, als zentrale Knotenpunkte verschiedener Verkehrsmittel, zu guter E-Ladestrukutur und den Ausbau des herkömmlichen ÖPNV – sozial, ökologisch und für alle. Darum fordern wir:

  • Verbesserung der Busverbindungen: Lücken schließen und Taktzeiten verdichten.
  • Taktverdichtung zu Stoßzeiten: Die Buslinien werden so optimiert, dass sie die Hauptpendelzeiten am Morgen und am Abend abdecken.
  • Express-Buslinien: Schnelle Direktverbindungen zwischen dem nächstgelegenen Bahnhof oder Stadtzentrum und dem Industriegebiet, die nur wenige Zwischenhalte haben.
  • Schnittstellen schaffen: An Bahnhöfen und zentralen Haltepunkten sollten Mobilitäts-Hubs entstehen, an denen Pendler nahtlos auf Busse, E-Scooter, Leihräder oder Car-Sharing-Autos umsteigen können.
  • 9-Euro-Nachfolger, Job-Ticket-AS und langfristig ticketfreier Nahverkehr – besonders für Menschen mit niedrigem Einkommen sofort umsetzen.
  • ein ticketfreier Landkreis - Schritt für Schritt:
  • Kostenloser ÖPNV für Schüler:innen, Studierende und Rentner:innen – ganzjährig und ohne Bürokratie.
  • Entkriminalisierung des Schwarzfahrens – Sozialverträgliche Lösungen statt Geldstrafen.
  • Bessere Abstimmung für Bus und Bahn – Umsteigezeiten optimieren, Wartezeiten vermeiden.
  • Barrierefreie Bahnhöfe, Haltestellen und Busse:   Auch die ländliche Infrastruktur muss hier gefördert werden, weil Mobilität auch für Menschen mit Behinderung ein Grundrecht ist!
  • Schließfächer an Bushaltestellen – Auch für Autofahrer:innen, die auf ÖPNV umsteigen wollen.
  • Ausbau der E-Bus-Linien – Aktuell gibt es nur eine elektrifizierte Buslinie in Amberg – das reicht nicht!
  • Ausbau des Nachtverkehrs – Integration in das Nightliner-System, besonders an Wochenenden und vor Feiertagen.
  • Flexiblere Rufbusse – Verbessertes Konzept für mehr Attraktivität:
  • Einfache Buchung per App – mit Echtzeit-Tracking, flexiblen Haltestellen und kurzer Vorlaufzeit.
  • Geringere Mindestkosten und keine überzogenen Stornogebühren (60 € bei Nichtantritt).
  • Schnellere Umsetzung der Clean Vehicles Directive (CVD):
  • Bis 2025: 45 % der neu beschafften Busse müssen emissionsarm sein.
  • Bis 2030: 65 % – und Amberg-Sulzbach sollte diese Ziele übertreffen!
  • richtige und attraktive Förderung von Verkehrsinitiativen – z.B. packmAS Lastenrad Initiative.
  • Ausbau von Lastenrad-Verleihstationen – Stadtweit und niedrigschwellig zugänglich.
  • Ausbau von Fahrradwegen und verkehrsberuhigten Zonen – Besonders in Wohngebieten und rund um Schulen.
  • Erweiterung der Fahrradwegnetze zwischen den Städten und Gemeinden des Landkreises.
  • Mehr Sicherheit auf den Kreisstraßen durch gezielten Umbau gefährlicher Kreuzungen zu Kreisverkehren und Geschwindigkeitsanpassung.
  • Konkrete Vorgaben für private Busunternehmen – Bei der Vergabe von Verkehrsverträgen auf saubere Fahrzeuge bestehen.
  • Ausbau der E-Ladeinfrastruktur auch im ländlichen Raum. E-Autos sollen auch ausserhalb von Städten eine attraktive Alternative sein!

Gesundheit ist ein Menschenrecht – keine Ware! Das Klinikum St. Marien ist der zentrale Versorger für Amberg und die Region. Doch es steht vor existenziellen Herausforderungen: strukturelle Unterfinanzierung, steigende Defizite (die Stadt musste 2024/25 bereits jeweils 18 Millionen Euro ausgleichen) und ein dramatischer Fachkräftemangel. Gleichzeitig fehlen niedrigschwellige Angebote – sei es in der Prävention, für queere Gesundheit oder in ländlichen Gebieten.

Besonders alarmierend ist die Situation in der psychologischen Versorgung: In der Region Amberg-Sulzbach warten Betroffene bis zu 21 Monate auf einen Therapieplatz, obwohl die Nachfrage durch psychische Erkrankungen (z. B. Depressionen, Angststörungen) um über 30 % gestiegen ist.

Wir wollen eine Gesundheitsversorgung, die für alle da ist: Öffentlich. Solidarisch. Präventiv. Dafür muss der Landkreis jetzt handeln – um die Zukunft des Klinikums St. Marien und St. Anna zu sichern und die Gesundheit aller Bürger:innen zu schützen.

Darum fordern wir:

• Kliniken St. Marien und St. Anna in öffentlicher Hand halten – keine Privatisierung oder Verkauf. Der Landkreis Amberg-Sulzbach muss sich für eine nachhaltige Finanzierung auf Bundes- und Landesebene einsetzen.

• Kommunale Gesundheitszentren in leerstehenden Gebäuden (z. B. Pfarrhöfen) einrichten – mit umfassenden Angeboten für Beratung, Jugendzentren (JUZ) und medizinische Versorgung.

• Präventionsmaßnahmen in Schulen und Kitas stärken – mit regelmäßigen Gesundheitsworkshops und Sozialarbeiter:innen an allen Schulen.

• Mobile medizinische Teams für ländliche Regionen – besonders in Kooperation mit der Stadt Amberg um Versorgungslücken zu schließen.

• Spezialisierte Gesundheitszentren für queere Menschen – mit diskriminierungsfreien Angeboten, (Online-)Beratungsstellen (z. B. AIDS-Hilfe) und Aufklärung zu HIV-PrEP/PEP.

• Kostenlose und anonyme Tests und Behandlungen für sexuell übertragbare Krankheiten – Ausweitung der Angebote in Amberg-.

• Schwangerschaftsabbruch im Klinikum St. Marien ermöglichen – Aufklärung und Beratung, sowie sichere und legale Umsetzung für betroffene Schwangere vor Ort.

• Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern – bessere Bezahlung, menschliche Arbeitszeiten mit einheitlichem und verlässlichem Schichtsystem, mehr Ausbildungsplätze, Fortbildungen und Supervision.

• Ausbau psychologischer Versorgungsangebote – Mehr Therapieplätze durch Förderung von Praxen und Entlastung von Bürokratie und Schnellere Erstgespräche durch bessere Koordination und Priorisierung im ganzen Landkreis.

In Amberg-Sulzbach wachsen immer mehr Kinder und Jugendliche in prekären Verhältnissen auf: Während Krippenplätze knapp sind und Eltern an vielen Schulen für Basics wie Kopien zusätzlich zahlen müssen, fehlt es an Personal in Kitas, Sozialarbeiter:innen in Jugendzentren und fairen Fördermitteln für alle Schularten. Gleichzeitig zeigen Projekte wie das Künstlerkollektiv Kuk oder die Flasche Farm, wie wichtig niedrigschwellige Bildungs- und Freizeitangebote sind. Doch statt Chancengleichheit zu schaffen, entscheiden oft die finanziellen Möglichkeiten der Eltern über die Zukunft der Kinder. Als Kommune müssen wir hier gegensteuern – für einen Landkreis, in dem jedes Kind und jede:r Jugendliche die gleichen Chancen auf Bildung, Freizeit und ein gutes Aufwachsen hat. Darum fordern wir:

 • Kostenfreie Kinderbetreuung in Kitas und Schulen – inkl. Angeboten veganer Mahlzeiten als Standard. 

• Mehr Personal in Kitas und Jugendzentren - Verbesserung der Angebote und Betreuung

• Ausbau von Freizeitangeboten – Indoor-Spielplätze, Kreativwerkstätten, Fahrradselbsthilfe, Ruhe-Arbeitsräume für Schüler:innen. 

• Einführung eines kommunalen Förderprogramms für Sport und Musik.

• Gerechte Verteilung der Fördermittel – keine Benachteiligung einzelner Schulen – Keiner, ob Eltern/Lehrer:innen, soll extra Zahlen nur weil die Fördermittel ungleich aufgeteilt werden.

• Kostenfreie/geförderte Nachhilfe in Kooperation mit Hochschulen und lokalen Initiativen. 

• Schulsozialarbeit an allen Schulen – aktuell fehlt sie an vielen Standorten. 

• Kulturelle Bildung fördern - kostenlose Schülertheaterkarten, Museumsbesuche, niedrigschwellige Kunstwerkstätten. 

• Ferienprogramme ausbauen - Kinderbetreuung um Eltern zu helfen, die Arbeiten müssen (Umweltwerkstätten, kreative Angebote). 

• Multiprofessionelle Teams in Schulen und Kitas – Sozialarbeiter:innen, Inklusionsfachkräfte, Schulbegleitung.

• Erhalt ländlicher Schulen

Die Gleichstellung aller Menschen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Beeinträchtigungen – ist die Grundlage für einen lebenswerte Gesellschaft. Doch die Realität in Amberg-Sulzbach und der Oberpfalz zeigt: Frauen sind hier besonders hart von Altersarmut betroffen – mit durchschnittlich nur 789 Euro Rente im Monat, das sind 40 % weniger als Männer und der zweitniedrigste Wert in ganz Bayern. Gleichzeitig fehlen LGBTQIA+-Personen sichere Räume und Unterstützung, und Familien kämpfen mit fehlenden Betreuungsplätzen. Als Landkreis müssen wir diese Benachteiligungen aktiv angehen – für eine Gesellschaft, in der alle Menschen selbstbestimmt und gleichberechtigt leben können. Darum fordern wir:

 • Kommunale Gleichstellungsbeauftragte mit verbindlichem Mitspracherecht in allen öffentlichen Einrichtungen und im Stadtrat, um Lohnungleichheit und Diskriminierung zu bekämpfen .

• Förderung von Programmen und Schutzeinrichtungen, wie Frauenhäusern und Second-Stage-Projekten, zur Bekämpfung von Gewalt und Diskriminierung, gegenüber Frauen, trans, inter und nicht-binären Menschen.

• Gleiche Bezahlung für gleiche/gleichwertige Arbeit in kommunalen Betrieben und bei Auftragsvergaben – inkl. Lohnanalysen durch die Gleichstellungsbeauftragte.

• Flexibler Ausbau von Kinderbetreuung – Krippen, Hort, Nachmittagsbetreuung an Schulen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

• Finanzielle und logistische Förderung von LGBTQIA+-Projekten, z.B. CSDs im ländlichen Bereich.

• Förderung von queeren Zentren/Cafés in Amberg-Sulzbach als sicheren Austauschraum.

• Unterstützung lokaler Initiativen und Projekten die sich für Gleichstellung einsetzen, z.B. Kartentausch Aktion.

• Diskriminierungsfreier Zugang zu staatlichen Leistungen für trans, inter und nicht-binäre Menschen – inkl. geschlechtersensibler Sprache in der Verwaltung.

• Flächendeckender Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in der Region – aktuell müssen Betroffene nach Regensburg oder Nürnberg fahren.

• Adoption für gleichgeschlechtliche Paare ohne bürokratische Hürden.

• Städtisch koordinierte Dolmetscherdienste für Geflüchtete und Migrant:innen.

• Kostenlose Menstruationsprodukte in öffentlichen WCs (Rathaus, Schulen, Schwimmbäder, Bibliotheken).

In Amberg-Sulzbach und der Oberpfalz zeigt sich: Geflüchtete werden oft in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, ohne Zugang zu Traumatherapie oder fairen Chancen auf dem Arbeitsmarkt – obwohl unsere Region als ländlicher Raum dringend auf Zuwanderung angewiesen ist. Während Städte wie Nürnberg oder Regensburg spezialisierte Angebote für traumatisierte Geflüchtete vorhalten, fehlen in Amberg-Sulzbach menschenwürdige Unterkünfte, anonymisierte Bewerbungsverfahren und gezielte Integrationsprogramme. Gleichzeitig führt Bayern bundesweit die meisten Abschiebungen durch, obwohl Amberg-Sulzbach durch humane Flüchtlingspolitik und schnelle Integration eigentlich Gewinn bringen könnten. Als Landkreis müssen wir hier Verantwortung übernehmen – für eine solidarische Gesellschaft, die Schutz, Chancen und Teilhabe für alle garantiert. Darum fordern wir:

 • Menschenwürdige Unterbringung und Traumatherapie für Geflüchtete – Förderung bestehender Angebote (z. B. Caritas) und Aufbau eines Traumazentrums in Kooperation mit dem Klinikum Amberg und Sulzbach-Rosenberg. 

• Anonymisierte Bewerbungsverfahren für kommunale Stellen und städtische Unternehmen, um Diskriminierung zu verhindern. 

• Ausbau von Integrationsprogrammen (Sprachkurse, Berufsvorbereitung) – besonders in ländlichen Gemeinden; Förderung der OTH-Programme für Geflüchtete. 

• Keine kommunale Unterstützung bei Abschiebungen – stattdessen Stärkung von Bündnissen gegen Rassismus und für eine humane Flüchtlingspolitik, „Seebrücke“-Bewegung und lokaler Initiativen wie „Omas gegen Rechts“. 

• Schnelle Integration durch Ermessensspielräume (z. B. Arbeitserlaubnisse, Wohnraumbeschaffung) und Übernahme von Vereinsbeiträgen für Geflüchtete. 

• Förderung von Projekten wie „International Cooking Day“ und Ausbau von kulturellen Austauschprogrammen.

Kommunen tragen Verantwortung für den Kampf gegen Militarisierung und die Förderung friedenspolitischer Initiativen. Denn Frieden und Verständigung beginnen vor Ort und müssen dort erkämpft werden.

In Amberg-Sulzbach wird die Bundeswehr an Schulen und öffentlichen Veranstaltungen präsentiert, während es kaum Aufklärungsangebote für zivile Konfliktlösung und Friedensarbeit gibt. Dabei könnte unser Landkreis mit seinen ländlichen Kommunen und ihrer Vielfalt an Vereinen, Schulen und Partnerschaften ein klares Zeichen für gewaltfreie Lösungen und Völkerverständigung setzen. Statt Militärpräsenz brauchen wir mehr Dialog, Austausch und Bildung für Frieden – denn Verständigung beginnt vor Ort. Darum fordern wir:

 • Krieg darf keinen Profit erwirtschaften! - Einführung einer kommunalen Zivilklausel, die Rüstungsforschung und -kooperationen in Amberg-Sulzbach verhindert – inkl. klare Positionierung gegen militärische Zusammenarbeit in städtischen und ländlichen Einrichtungen. 

• Regulierung von Bundeswehrwerbung bei öffentlichen Veranstaltungen, in Schulen und kommunalen Einrichtungen (z. B. Berufsinfomessen, Karrieretage). 

• Sicherstellung der ausschließlich zivilen Nutzung kommunaler Infrastrukturen (z. B. keine Militärveranstaltungen in städtischen Hallen oder in öffentlichen Einrichtungen). 

• Unterstützung friedenspolitischer Organisationen und Initiativen durch Bereitstellung öffentlicher Räume und finanzieller Förderungen 

• Initiierung und Förderung von Bildungsprogrammen zur Sensibilisierung für Kriegsursachen, Friedenspolitik und zivile Konfliktlösung – in Kooperation mit Schulen, der VHS und lokalen Initiativen. 

• Pflege und Ausbau kommunaler Partnerschaften mit Fokus auf Völkerverständigung und Austausch (z. B. Jugendbegegnungen, Kulturprojekte, Städtepartnerschaften).