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Fotografin: Jennifer Marke

Barrierefreier Bahnhof Cham: 31 Jahre bis zur Umsetzung?

Nicole Gohlke, MdB hakt beim Bundesverkehrsministerium nach – Baubeginn weiterhin für Frühjahr 2030 geplant

Der barrierefreie Umbau des Bahnhofs Cham lässt weiter auf sich warten. Auf Nachfrage der bayerischen Bundestagsabgeordneten der Linken, Nicole Gohlke, hat das Bundesverkehrsministerium bestätigt, dass der Baubeginn weiterhin für das Frühjahr 2030 vorgesehen ist. Die Bauarbeiten sollen innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden. Damit wäre der Bahnhof frühestens 2031 barrierefrei umgebaut.

Laut Ministerium befindet sich das Vorhaben derzeit am Beginn der Entwurfsplanung. Geplant sind barrierefreie Zugänge und höhere Bahnsteige. Aktuell ist der Mittelbahnsteig an den Gleisen 2 und 3 nicht stufenfrei erreichbar. Zudem sind alle Bahnsteige mit einer Höhe von 38 Zentimetern zu niedrig für einen barrierefreien Einstieg. Weitere Bauprojekte der Deutschen Bahn, darunter die Erneuerung der Eisenbahnüberführung an der Forstamtstraße, beeinflussen die Planungen.

Die Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke erklärt dazu: „Es ist frustrierend, dass wir noch immer rund vier Jahre auf den Baubeginn warten müssen. Immerhin gibt es Licht am Ende des Tunnels, wenn der Zeitplan diesmal eingehalten wird. Für einen Bahnhof in einer Kreisstadt, den täglich zahlreiche Menschen nutzen, ist der barrierefreie Ausbau längst überfällig. Jetzt muss sichergestellt werden, dass es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt.“

Der Linken-Kreisrat Christian Oberthür bedankt sich bei Gohlke für ihre Nachfrage und fordert zugleich Verbesserungen, die schon vor dem großen Umbau möglich wären: „Wir sollten nicht bis 2030 warten, um zumindest kleinere Barrieren abzubauen. Schieberillen oder Schienen an den Treppen würden Radfahrer*innen helfen, ihre Fahrräder leichter zwischen den Bahnsteigen zu transportieren. Das wäre eine einfache, praktische Verbesserung für alle, die Fahrrad und Bahn kombinieren.“

Wie lange sich das Vorhaben hinzieht, zeigt ein Blick zurück: Wurde der barrierefreie Ausbau erstmals im Jahr 2000 angekündigt, wären bei einer Fertigstellung im Jahr 2031 insgesamt 31 Jahre vergangen. Entscheidend ist deshalb, dass der bestätigte Zeitplan eingehalten wird und bis dahin sinnvolle Zwischenlösungen, wie die Schienen an den Treppen, umgesetzt werden.

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