[Cham] Linke will mit Mieterinnen und Mietern für mehr bezahlbares Wohnen kämpfen
Die Linke veranstaltete am Donnerstag, den 13. November 2025, ein Nachbarschaftstreffen im Rossini im Rhaner Bräustüberl in Cham als Teil der bundesweiten Kampagne „Sicher Wohnen statt Miet-Abzocke“. Zeitgleich fanden in mehr als 80 Städten Mieterversammlungen statt, um auf den zunehmenden Mieten-Notstand aufmerksam zu machen. Dieser trifft längst nicht mehr nur die Großstädte, sondern hat inzwischen auch kleinere Städte und ländliche Regionen erreicht. Obwohl Wuchermieten in Deutschland gesetzlich verboten sind, werden sie in der Praxis kaum verfolgt, was großen Immobilienkonzernen und einzelnen Vermietern ermöglicht, ihre Mieterinnen und Mieter vielerorts weiterhin ungehindert zu belasten.
Diese erste Gesprächsrunde in Cham wurde durch ein zugeschaltetes Grußwort des Bundesvorsitzenden Jan van Aken eröffnet, der betonte, dass die Stärke der Mieter*innen im gemeinsamen Handeln liege. „Ja, die Immobilienlobby hat viel Geld – aber wir haben uns. Und wir sind mehr. Wenn sich Mieter*innen zusammenschließen, kommen sie nicht mehr an uns vorbei“, erklärte van Aken.
Auch der Landratskandidat der Linken für den Landkreis Cham, Christian Oberthür, war vor Ort und verwies auf die drastische Mietentwicklung in der Region. „Die Mieten haben sich in Cham in den letzten zehn Jahren verdoppelt – von 5 auf 10 Euro pro Quadratmeter“, stellte er fest und betonte, wie sehr viele Menschen unter dieser Entwicklung litten. Viele lebten in maroden Wohnungen, kämpften mit steigenden Nebenkosten und sorgten sich, die nächste Mieterhöhung nicht mehr tragen zu können. Ziel sei es, Mieterinnen und Mieter zu ermutigen, sich gegen diese Ungerechtigkeit zusammenzuschließen und politischen Druck für Veränderungen aufzubauen.
Kreistagskandidatin Jessica Gruber hob besonders die Lage junger Menschen hervor und forderte mehr bezahlbare Wohnungen für Auszubildende und Studierende sowie zusätzliche Angebote in den Innenstädten, um jungen Menschen eine echte Perspektive im Landkreis zu bieten.
Der Gewerkschafter und Kreistagskandidat Marian Janka, selbst Mieter, sprach über die wachsende soziale Schieflage: "Die Kombination aus steigenden Mieten und stagnierenden Löhnen und Renten belastet viele Haushalte enorm. Es braucht mehr Lebensqualität in den Stadtteilen, und diese beginne bei einem bezahlbaren Zuhause." Er wies auch darauf hin, dass die Mietobergrenzen beim Wohngeld zu niedrig sind und nicht den Realitäten entsprechen. Das Wohngeld Plus dürfe auch nicht im Bundestag wieder in Frage gestellt werden. Andreas Hartl, Kreistagskandidat aus Bad Kötzting, berichtete, dass er persönlich Glück mit seiner Vermieterin habe, zeigte sich jedoch besorgt über die allgemeine Entwicklung am Wohnungsmarkt. Viele Familien könnten die steigenden Wohnkosten kaum noch bewältigen.
Vermieter können Wohnungen zu fairen Mieten anbieten und trotzdem müssen Instandhaltungen und Modernisierungen nicht zu kurz kommen. Wünschenswert dafür ist aber mehr Unterstützung, wie zum Beispiel eine stärkere Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen. Beim Sondervermögen wurden extra 100 Milliarden für den Klima- und Transformationsfonds beschlossen, auch um damit energetische Sanierungen und Gebäudedämmungen zu fördern. Leider sind hier noch keine Maßnahmen in Sicht, obwohl eine gute Wärmedämmung auch für eine niedrigere Warmmiete sorgt, wenn die Investitionen nicht zum Höchstbetrag auf die Miete umgelegt werden.
In der Diskussion wurden auch mehr staatlicher Wohnungsbau sowie höhere Finanzmittel für den kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbau gefordert. Auch ein deutlicher Ausbau der Sozialwohnungen wurde verlangt. Die Anwohnerinnen und Anwohner unterstützten zudem die Forderung nach einem bundesweiten Mietendeckel. Mit der Kampagne „Sicher Wohnen statt Miet-Abzocke“ will Die Linke in den kommenden Monaten politischen Druck aufbauen – für bezahlbare Mieten und Nebenkosten und langfristig für einen bundesweiten Mietendeckel.

