Der 8-Stunden-Tag muss bleiben!
Die Kandidatinnen und Kandidaten der Chamer Kreistagsliste der Linken haben sich am Sonntagmorgen zu einer spontanen Schilderaktion am Chamer Biertor getroffen. Gemeinsam wurde gegen die anstehenden Gesetzesvorhaben der Bundesregierung zur Abschaffung der täglichen Höchstarbeitszeit protestiert.
Anlass war die Abstimmung am Freitag im Bundestag zum Antrag der Linken, die Abschaffung des 8-Stunden-Tags im Arbeitszeitgesetz zu verhindern und zusätzlich 40 Wochenstunden festzuschreiben. Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD haben zusammen mit der AfD die Initiative abgelehnt.
Christian Oberthür, Landratskandidat für den Landkreis Cham erklärt dazu: „Die Ausweitung der Arbeitszeit durch die Deregulierung des Arbeitszeitgesetzes dient nicht den Interessen Millionen Beschäftigter. Überlange Arbeitszeiten gefährden die Gesundheit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, führen zu weniger Produktivität und einer spürbaren Senkung der Lebensqualität. Auch im Landkreis Cham schuften die Menschen bereits jetzt in der Logistik, Pflege oder im Einzelhandel täglich im Schicht- oder Bereitschaftsdienst und gehen dabei bis an ihre Belastungsgrenze. Wer den 8-Stunden-Tag schleifen will, hat keine Ahnung, wie es in der Realität aussieht! Auch würde eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen durch längere Arbeitszeiten den Fachkräftemangel verschärfen, weil viele Beschäftigte aus diesen Berufen aussteigen. Die Maßnahme ist somit kein Wirtschaftsbooster, sondern reine Symbolpolitik auf dem Rücken der arbeitenden Menschen. Für sie ist das Arbeitszeitgesetz ein wichtiger Schutzrahmen, der bereits jetzt flexibel ist, und vor allem im Niedriglohnsektor von ausbeuterischen Arbeitgeber*innen viel zu häufig umgangen wird."
Marian Janka, aktiver Gewerkschafter, langjähriger Betriebsratsvorsitzender und nun wieder Kreistagskandidat dazu: "Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD im Bundestag ignorieren gemeinsam mit der AfD die Probleme und Wünsche der Arbeitenden. Durch mehr Arbeitsbelastung steigen die Krankheitsfälle und Arbeitsunfälle. Die Mehrheit der Arbeitenden will weniger statt mehr arbeiten. Wir wollen keinen Freifahrtschein für Arbeitszeitverlängerung auf 48 Stunden wöchentlich. Der 8-Stunden-Tag muss fest im Arbeitszeitgesetz (3.1) bestätigt werden und es sollte endlich realitätsgerecht die 40-Stundenwoche möglichst an fünf Tagen pro Woche als Mindesbedingung gesetzlich beschlossen werden. Und: wir wissen, dass gemäß Art. 9.3 Grundgesetz Tarifverträge besser sind und dass Betriebsräte bei Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit und der Verteilung auf die Tage sowie zu den Pausen mitbestimmungspflichtig sind. Besonders auch in Betrieben ohne Betriebsrat und ohne Tarifbindung ist eine gute gesetzliche Mindestregelung unverzichtbar. Nur so wird ausbeuterischen Geschäftsmodellen ein Riegel vorgeschoben. Der 8-Stunden-Tag ist eine zentrale gewerkschaftliche und gesellschaftliche Errungenschaft seit der Novemberrevolution 1918. Wir müssen sehen, dass heute der Druck in der Arbeit und die Produktivität größer als vor über 100 Jahren ist. Wer den 8-Stunden-Tag aufgibt, der gefährdet den sozialen Frieden und das Vertrauen der Beschäftigten in die Politik.”
Die Linke wird nicht tatenlos zusehen, wie die Lebenszeit vieler für den Profit einiger weniger geopfert wird und wird jedem Angriff auf den 8-Stunden-Tag die Stirn bieten — im Landkreis Cham und bundesweit.

