Wohnungsnot im Landkreis Cham - Linke Kreisgruppe Cham fordert Unterstützung der Kommunen durch den Landkreis und konsequentes Vorgehen gegen Leerstand

Kürzlich wurde der „Soziale Wohn-Monitor 2026“ des Pestel-Instituts gemeinsam mit dem Bündnis „Soziales Wohnen“ veröffentlicht. Darin wird bundesweit ein massiver Mangel an bezahlbarem Wohnraum, insbesondere an Sozialwohnungen, festgestellt. Auch für den Landkreis Cham weist die Studie ein deutliches Defizit aus. Gleichzeitig stehen hier tausende Wohnungen leer – ein Zustand, der angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt nicht länger hingenommen werden darf.

"Die Studie zeigt, dass wir hier im Landkreis eine zunehmende Wohnungsnot haben“, so Christian Oberthür, Landratskandidat der Linken. „Das merken wir auch ganz konkret in unseren Haustürgesprächen und bei unseren Infoständen, zuletzt auch am vergangenen Samstag am Chamer Marktplatz. Für viele Menschen wird es immer schwieriger, überhaupt eine passende und bezahlbare Wohnung zu finden.“

Dass der Wohnungsmarkt faktisch leergefegt ist, bestätigt sich auch jenseits von Studien: „Seit Mai 2025 habe ich regelmäßig die Chamer Zeitung und Chamland aktuell nach Wohnungsanzeigen durchgesehen – über einen Zeitraum von neun Monaten“, berichtet Marian Janka, Kreistags- und Stadtratskandidat. „Das Ergebnis ist erschreckend: In der Stadt Cham gab es in dieser Zeit nicht einmal zehn passende Mietangebote, im restlichen Landkreis kaum mehr.“ Auch beim Infostand der Linken am vergangenen Samstag auf dem Chamer Marktplatz waren Wohnungsnot, hohe Mieten und fehlende Angebote eines der dominierenden Gesprächsthemen.

Gleichzeitig stehen im Landkreis Cham rund 4.700 Wohnungen leer. „Diese Wohnungen zu nutzen, wäre der schnellste und effektivste Weg, die Wohnungsnot zu lindern“, betont Jessica Gruber, Kandidatin für den Kreistag und den Stadtrat Cham. „Gerade im ländlichen Raum stehen Wohnungen oft leer, weil die Vermietung als zu aufwändig oder risikoreich wahrgenommen wird. Hier muss der Landkreis die Kommunen aktiv unterstützen.“

Ein zentrales Instrument dafür sieht die Linke im konsequenten Umgang mit Zweckentfremdung von Wohnraum. Die Arbeitshilfe des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen stellt klar: Von Zweckentfremdung ist auch dann zu sprechen, wenn Wohnraum bewusst und dauerhaft leer steht, um ihn dem Mietwohnungsmarkt zu entziehen (Art. 1 Satz 2 Nr. 4 ZwEWG). Dies gilt ebenso für Wohnungen, die aufgrund von Mängeln nicht bewohnbar sind, wenn diese Mängel vom Eigentümer vorwerfbar herbeigeführt wurden und mit zumutbarem Aufwand beseitigt werden könnten.

Gruber erläutert: „Wenn ein Haus jahrelang leer steht, geht es irgendwann kaputt. Da ist es doch auch für die Eigentümerinnen und Eigentümer besser, wenn jemand darin lebt. Und hier könnte die lokale Politik konkret helfen: etwa indem Gemeinden die Verwaltung übernehmen, bei Instandhaltung unterstützen und Menschen mit Anspruch auf Sozialwohnungen die Wohnungen nutzen – gegen Übernahme von Verwaltungs-, Reparatur- und Nebenkosten.“

Die Linke Kreisgruppe Cham fordert daher vom Landkreis, die Kommunen bei der Aktivierung von Leerstand gezielt zu unterstützen, rechtliche Möglichkeiten gegen Zweckentfremdung auszuschöpfen und pragmatische Modelle zu fördern, die leerstehenden Wohnraum wieder dem Markt zuführen. „Wohnen ist ein Grundrecht“, so Oberthür abschließend. „Es darf nicht sein, dass Menschen verzweifelt eine Wohnung suchen, während gleichzeitig tausende Wohnungen leer stehen.“

Hier finden Sie die Studie. Maßgeblich sind hier vor allem die Grafiken S. 8-10: 

https://mieterbund.de/app/uploads/2026/01/Sozialer-Wohnmonitor-2026.pdf

Im Zensus auf S. 19 finden Sie die Zahlen zu den Leerständen im Landkreis Cham: https://www.zensus2022.bayern.de/